|
Die Faktenlage
|
|
|
Durch die Nordanbindung würde eines der wichtigsten Naherholungsgebiete im
Nürnberger Norden unwiederbringlich zerschnitten und damit entwertet.
Spaziergänger und Radfahrer könnten die neue Straße nur an
wenigen Stellen überqueren, durch Lärm und Abgase würde die
Erholungsqualität des Waldstückes drastisch eingeschränkt.
|
|
|
Die geplante Autobahnanbindung bedeutet Vernichtung von
Bannwald und weitere
Flächenversiegelung. Bayern liegt bei der Versiegelung von
Flächen im Bundesvergleich schon jetzt vorne und hat es sich eigentlich zur
Aufgabe gemacht hat, weiterer Flächenversiegelung entgegenzuwirken.
|
|
|
Angesichts der aktuellen Debatten um den Klimaschutz ein Hauptanliegen
der deutschen EU-Ratspräsidentschaft! ist es nicht nachvollziehbar,
ein Projekt voranzutreiben, das sowohl mehr
Straßenverkehr anlockt als auch den Klimakiller Flugverkehr begünstigt.
|
|
|
Die Fahrtzeit von der Autobahn zum Flughafen soll sich durch die neue Verbindung
von 11,5 Minuten im besten Fall auf 5 Minuten verringern. Dies ist zwar eine
Halbierung der Fahrtzeit, jedoch ist es sehr fraglich, ob 11 Minuten eine
unzumutbar lange Fahrtzeit sind.
|
|
|
|
Für den Bau der gesamten Nordanbindung sind über 50 Millionen Euro veranschlagt
Geld, das besser in Bürgerinteressen und Klimaschutz für die Zukunft
investiert wäre.
|
|
Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt
|
|
Laut Umweltverträglichkeitsstudie führt die Nordanbindung zu
erheblichen Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft (Vogelschutzgebiet "Nürnberger Reichswald",
FFH-Gebiet "Irrhain"). Biotope bzw.
geschützte Flächen sowie erhebliche Waldflächen des als Bannwald
geschützten Reichswaldes gehen verloren, das Landschaftsschutzgebiet Kraftshofer Forst wird
teilweise zerschnitten. Dadurch kommt es zu einer Isolierung von Pflanzen- und
Tierbeständen, die in diesen zu kleinen Lebensräumen unter
Umständen nicht mehr überlebensfähig sind.
|
|
Die Trasse der geplanten Nordanbindung ist Lebensraum des seltenen, nach
EU-Recht geschützten Eremiten oder Juchtenkäfers (Osmoderma eremita).
Dieser wurde auf mehreren Bäumen im Planungsgebiet nachgewiesen. Nur sehr
alte Eichen können seinen Larven als Lebensraum dienen, da die Jungtiere
sich von dem bereits morschen, verpilzten Holz in Eichenstämmen
ernähren. Bis jedoch eine langlebige Eiche solche Bedingungen bietet,
vergehen oft Jahrhunderte. Der Käfer gilt deshalb als "Leittier" intakter
Eichen-Urwälder. Der Eremit steht jedoch nur stellvertretend für
zahlreiche, zum Teil seltene Arten wie Spechte, Fledermäuse oder Amphibien,
deren Lebensraum durch die geplante Autobahnanbindung bedroht ist.
|
Siehe hierzu den Artikel im Mauersegler 4/2006: Urwaldkäfer auf der
geplanten Tunneltrasse
|
|
Auch Bäume, die nicht unmittelbar auf der geplanten Trasse stehen, sind
gefährdet. Für den Bau des Tunnels unter dem Flugfeld muss das
Grundwasser weiträumig abgesenkt werden. Schon beim Bau der U-Bahn zum
Flughafen machte sich diese Problematik bemerkbar. So leiden die Bäume in
der Ziegellach bereits jetzt unter Trockenheit, im Zusammenspiel mit immer
trockeneren Sommern wird sich dieses Problem noch verstärken.
|
|
Auswirkungen auf die Anwohner
|
|
Offizielle Lärmschutzgrenzwerte werden in den Planungen zwar eingehalten
und dem westlichsten Anwohner Buchenbühls wurden die Verlegung der Trasse
auf 100 Meter Entfernung von seiner Grundstücksgrenze sowie
Lärmschutzvorrichtungen zugesagt. Dieser Minimalabstand von der
Wohnbebauung mag zwar rechtlich gesehen angemessen sein, subjektiv führt
dies aber auf jeden Fall zu einer Verschlechterung der Wohnqualität.
Erwiesenermaßen können sich durch konstante Lärmpegel
Gesundheitsprobleme ergeben, insbesondere da die bereits bestehende Belastung
durch Autobahn und Flugverkehr schon jetzt sehr hoch ist.
|
|
Das Verkehrsaufkommen auf der
Flughafenstraße liegt seit 1991 laut offizieller Zählung
der Stadt Nürnberg gleichbleibend bei ca. 12.000
Fahrzeugen in 16 Stunden. Dies ist ein extrem niedriger Wert für
eine Hauptverkehrsstraße, der keinesfalls eine neue Straße
rechtfertigt.
|
|
Die Entlastung von Ortsteilen wird im Planungsverfahren als nachrangiges Ziel
angesehen, jedoch wird als positives Argument auf die Entlastung der
Ziegelsteiner Bürger und besonders des Bierwegs von Verkehr und
Luftschadstoffen verwiesen; dies ist ein Widerspruch in den offiziellen
Unterlagen. Die Entlastung im Bierweg wird jedoch nur wirksam, wenn dort
gleichzeitig Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung ergriffen werden, die
völlig unabhängig von einer Nordanbindung sind und deren Finanzierung
damit auch völlig offen wäre. Nur 20% des Verkehrsaufkommens im
Bierweg sind überhaupt durch den Flughafen bedingt, die
Ziegelsteinstraße wird überhaupt nicht entlastet, da der dortige
Verkehr hauptsächlich auf das Gewerbegebiet Andernacher Straße
zurückzuführen ist, d. h. all diese Anwohner profitieren nicht
von einer Nordanbindung. Die Buchenbühler
Bürger werden in jedem Fall so die Aussage von
Oberbürgermeister, Wirtschaftsreferent und Verkehrsplaner der Stadt
Nürnberg sowie Staatlichem Bauamt mehr
belastet.
|
|
Laut Flächennutzungsplan ist eine verbesserte verkehrliche
Erschließung des Flughafens Voraussetzung für ein Gewerbegebiet östlich der
Flughafenstraße. Dieses würde unweigerlich vermehrt
Verkehr anziehen, so dass die (nicht vorhandene) Entlastung durch die
Nordanbindung dadurch mehr als wettgemacht würde.
|
|
Laut einer früheren Bewertung ist der Flughafen Nürnberg bereits jetzt
exzellent erreichbar. Die U-Bahn zum Flughafen
ist jedoch häufig nicht ausgelastet.
Somit wäre es aus Sicht des Bund Naturschutz wesentlich sinnvoller, die
U-Bahn zu bewerben statt einseitig auf mehr Straßenbau zu setzen.
Hier bestünde die Möglichkeit eines innovativen Konzeptes mit Vorbildfunktion für andere Flughäfen.
|
|
Perspektive
|
|
Der Flughafen Nürnberg hat sich in den letzten Jahren zu einer Drehscheibe
für Air Berlin entwickelt. Hier laufen zahlreiche Fluglinien zusammen, so
dass ein Großteil der Passagiere den Flughafen Nürnberg nie
verlässt, sondern nur umsteigt. Zusätzlich werden diese umsteigenden
Fluggäste zweimal gezählt, was die steigenden Fluggastzahlen
erklärt. Diese brauchen keine Straße, da sie nicht an- und abreisen,
steigende Fluggastzahlen dienen aber als Argument für den geplanten Neubau.
|
|
Viola Gburek Arbeitskreis
Naturschutz in der Stadt
|
|
|
|
Lesen Sie hierzu auch die Stellungnahmen der Kreisgruppe Nürnberg vom 18.12.2007 und vom 03.06.2005
|
|
|
zurück zur Übersicht Positionen
|
|