Artikel im Mauersegler Nr. 3/2008 
  Mauersegler-Rätsel
 

"Dieser Vogel ist der schönste in unseren Himmelsgegenden, und es gibt keinen in Europa, das man an Reinheit, Reichtum und Glanz der Farben mit dem ... vergleichen könnte." Zu solch poetischen Lobeshymnen ließ sich der französische Naturforscher Georges-Louis Leclerc de Buffon hinreißen, als er über das Äußere unseres diesmal gesuchten Rätselobjekts schrieb. Gesucht wird ein wahrhaft bunter Vogel mit zahlreichen Namen. Im angelsächsischen Sprachraum ist er beispielsweise als "Fischfänger" aus hochadligem Geblüt bekannt. Die deutsche Bezeichnung allerdings führt in eine frostige Sackgasse. Der Name leitet sich nämlich vielmehr vom altdeutschen Begriff für "schillern" oder "glänzen" ab.
Laut einer französischen Sage sind die Gründe für die prächtige Färbung unseres gefiederten Freundes sogar in biblischen Zeiten zu finden. Ehemals noch ganz in grau gekleidet, wurde er von Noah ausgesandt und sollte nach Land Ausschau halten. Um einem Sturm auszuweichen, flog er so hoch, dass sein Rücken in die Farben des Himmels getaucht wurde. Er flog immer weiter und immer höher, bis seine Bauchfedern durch die Hitze der Sonne Feuer fingen – und ganz rot gebrannt wurden. Durch den Sturm vom Weg abgekommen, konnte der Vogel Noah nicht wieder finden. Den ganzen Ruhm durfte ein entfernter Verwandter ernten. Die Taube kam von ihrem Flug mit einem Ölzweig, dem ersehnten Zeichen für Land zurück, und gilt seitdem als Symbol des Friedens. Unser armer gefiederter Freund hingegen sucht bis heute noch, perfekt angepasst an seine Umgebung, alle Gewässer nach der Arche ab.
Mit etwas Glück kann man das bei uns seltene Tier auch an heimischen Gewässern beobachten. Wer es sieht kann sich freuen: Es gilt als Botschafter für saubere und naturnahe Bäche und Flüsse. In Deutschland gehört der Vogel übrigens zu den streng geschützten Arten und findet sich auch im Logo einer der ältesten bayerischen Naturschutzorganisationen wieder.
Wie lautet der Name unseres gesuchten Tieres?
Einsendeschluss ist der 20. März 2009.
Lisa Schäder

Auflösung des Mauersegler-Rätsels aus Heft 2/2008

In der letzten Ausgabe hatte das Mauersegler-Rätsel Premiere und wir waren gespannt ob sich auf unsere kleine Denksportaufgabe jemand melden würde. Wir waren dann doch überrascht, dass uns so viele richtige Antworten erreichten. Grund genug also, dass wir diese Rubrik auch in kommenden Ausgaben wieder ein wenig Platz einräumen. Beim letzten Mal hatten wir nach der Osterglocke, bzw. der Narzisse gefragt. Die poetische Geschichte stammte aus Ovids Metamorphosen. Narziss hieß der Jüngling der sich in sein eigenes Spiegelbild verliebte und die unglücklich verliebte Nymphe war Echo. Echos Mutter war übrigens die Nymphe Liriope. Nach ihr wurde ebenfalls eine Blume benannt. Und somit hat die tragische Geschichte von Narziss und Echo nicht nur eine wunderschöne Blume hervorgebracht, die uns jedes Frühjahr aufs Neue erfreut, sondern auch drei glückliche Gewinner. Auf das neu erschiene Buch "Natur in Schwabach und Umgebung" können sich Günther Müller, Wilhelm Hofmann und Rosita Köhler aus Nürnberg freuen. Wir gratulieren und wünschen viel Spaß bei der Lektüre.