Dem Menschen ein guter Freund
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Echte Walnuss zum Baum des Jahres 2008 gewählt
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Die leuchtend goldenen Birnen des Herrn Ribbeck wurden von Theodor Fontane in die Unsterblichkeit gedichtet.
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Der Lindenbaum bekam am Brunnen vor dem Tore
ein Denkmal errichtet. Aber von Walnuss kennt man häufig nicht mehr als
ihre schmackhaften Früchte, die auf keinem Weihnachtsteller fehlen
dürfen. Bis vor hundert Jahren war dieser klassische Hofbaum noch
wesentlich häufiger in Deutschland anzutreffen. Durch intensive
Übernutzung und fehlende Nachpflanzung sind die Bestände jedoch
stark zurück gegangen.
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Alljährlich vergibt das Kuratorium Baum des
Jahres (KBJ) den prestigeträchtigen Titel und lenkt damit
nicht selten den Fokus des Interesses auf Gehölze, die in der
allgemeinen Wahrnehmung keine große Beachtung mehr finden.
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Das ist im Fall der Walnuss sehr bedauerlich, handelt es sich doch um einen
Kulturbaum dem durch seine Vielfältigkeit eine besondere Bedeutung
zuwächst. Dr. Silvius Wodarz, der
Vorsitzende des KBJ, fordert deshalb, dass "wir uns
mehr um diesen typischen Hausbaum, unseren guten alten Freund kümmern
sollten".
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Ihren heutigen Namen bekam die Walnuss im 18. Jahrhundert. Er ging aus dem Wort
Welschbaum hervor und weist auf das ursprüngliche Herkunftsgebiet hin. Die
Walnuss entstammt den warmen Gefilden des Mittelmeeres (Italien = Welschland)
und fand bereits im römischen Imperium eine weite Verbreitung. In
Deutschland findet man den Baum vor allem in den klassischen Weinanbaugebieten.
Diese Übereinstimmung lässt sich damit erklären, dass die
Walnuss, ähnlich wie der Wein, ein mildes Klima bevorzugt. Sie gedeiht am
besten an geschützten Standorten und ist empfindlich gegen
Spätfröste. Eine verspätete Kälteperiode kann zu
Einbußen bei der herbstlichen Nussernte führen.
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Der Walnussbaum bietet gleich zwei Dinge von höchster Qualität: edles Holz und vitaminreiche
Nüsse. Das seine Blätter erst spät im Mai austreiben und
früh im Herbst wieder abfallen, ist ein Vorteil für diesen Hausbaum:
Im Frühjahr wirft er Schatten, wenn man ihn sich wünscht und im
frühen Herbst lässt er die schwächer werdende Sonne wieder durch
seine dann blattlose Krone hindurch scheinen.
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Der Boden unterhalb einer Walnuss ist meistens nicht bewachsen. Der Baum gibt
wachstumshemmende Stoffe ab, die verhindern, dass sich lästige Mitbewerber
um Nährstoffe in unmittelbarer Nähe ausbreiten können. Diese
chemische Konkurrenz wird als Allelopathie
bezeichnet. Nussbäumen wird weiterhin die Eigenschaft zugeschrieben Fliegen
zu vertreiben. Auf Bauernhöfen findet man sie nicht selten im Bereich
zwischen Wohnhaus und dem unvermeidbaren Misthaufen.
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Bereits die österreichische Kaiserin Maria
Theresia förderte im 18. Jahrhundert den Anbau und ordnete an,
dass "an jedem Hof [...] ein Nussbaum stehen"
soll. Solche kaiserliche Umweltprogramme lassen sich zwar heute nicht mehr
umsetzten, aber die bundespräsidiale Aufmerksamkeit ist dem Walnussbaum
sicher. "Der Schutz der Umwelt ist eine der wichtigsten
Aufgaben, für die wir heute Verantwortung tragen. Die Initiative Baum
des Jahres schärft unser Bewusstsein dafür, dass Umwelt
nichts Abstraktes ist, sondern schon beim nächsten Straßenbaum
beginnt. [...] das alles finde ich gut [...]": Den Worten von
Bundespräsident Horst Köhler kann
man sich nur anschließen und so bleibt zu wünschen, dass diese
Initiative auch weiterhin so erfolgreich agiert wie bisher.
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Bildunterschrift: Walnuss (Juglans regia)
Druck 19. Jhr.
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André Winkel, Dipl.-Ing. (FH), M.A., (Redaktionsteam "Mauersegler")
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