Artikel im Mauersegler Nr. 3/2007 
  Titelthema: Ernährung
 

Knackfrische Keimlinge aus Zimmerkultur – Klimaschutz für Genießer

Verlegen Sie das Gemüsebeet im Winter doch einfach auf die Fensterbank. Das Keimen von Sprossen ist schnell erlernt!
Wenn es draußen kalt und ungemütlich wird, so dass man sich auf die warme Couch zurückzieht und den Garten sein lässt, genügt ein Platz am Fenster für Frisches aus eigener Anzucht; auch in der Stadt.
Es gibt zwei Varianten:
Frisch gekeimte Samen von Sonnenblumen, Bockshornklee, Hülsenfrüchten, Getreide bringen Pfiff auf den Tisch und zaubern Überraschungen für die Geschmacksknospen. Bei diesen Sprossen empfiehlt sich – je nach Art – der Genuß innerhalb weniger Tage, bevor sie bei nachlassendem Aroma ergrünen.
Einige Saaten wachsen besser zu vollständigen kleinen Pflänzchen heran. Die Keimblätter entfalten sich und nehmen unter dem Einfluss des Sonnenlichts eine saftiggrüne Farbe an. Je nach Art sind Grünkräuter spätestens nach zwölf Tagen erntereif. Luzerne schmeckt eher nussigmild, während Kresse*, Rettich, Radieschen, Senf* und Rucola* besonders pikant sind.
Ob mild oder scharf, süßlich, herb oder nussig, ob roh, angebraten, kurz mitgekocht oder gedörrt – Keime und Sprossen bieten vielfältige kulinarische Möglichkeiten. Sie sind eine echte Alternative zu fadem Treibhausgemüse.
Beim Keimprozess entfaltet jede Art ihr Aroma individuell und teils variierend – eine Spielwiese für Entdeckungen auf kleinstem Raum.
Die Körner sind randvoll mit hochwertigen Mineralstoffen, Spurenelementen und ätherischen Ölen, die u. a. keimhemmend (antibiotisch) wirken. Viele bilden gesundheitsfördernde Verbindungen, zum Beispiel Bitterstoffe, die die Verdauung anregen. Auch sind sie reich an Vitaminen und Enzymen. Das kurbelt den Stoffwechsel an, stärkt das Immunsystem und mobilisiert die Infektabwehr.
Für die Kultur der kleinen Kraftpakete braucht man lediglich Keimgefäße*, Körner (möglichst aus biologischem Anbau), Wasser, Luft und ein freies Plätzchen auf einer warmen, hellen Fensterbank. Wenn Sie dann noch auf absolute Sauberkeit achten, kann nichts mehr schief gehen. Fertige Sprossen bleiben im Kühlschrank mehrere Tage frisch.
In der Küche lassen sich Sprossen und Keime vielseitig einsetzen: Ob einfach aufs Butterbrot oder auf den Salat gestreut, als Einlage für Suppe und Eintopf oder als Zutat für Auflauf, Omelett, Nudel-, Reis-, Gemüse-, Fisch- und Fleischgericht – sie verleihen jedem eine besondere Note. Passende Gewürze sind Koriander, Chili, Kreuzkümmel und Ingwer.
Weitere Informationen zum Thema und weiterführende Literatur erhalten Sie unter www.evascholl.de und www.eschenfelder.de.
Bildunterschrift: Genuss mit Sprossen  Foto: Firma Eschenfelder
Frank Eschenfelder (†) & Eva Scholl (Redaktionsteam "Mauersegler")