Artikel im Mauersegler Nr. 2/2011 
  Biotope
 

Sanddünenpicknick im Erlenstegener Forst

Es kann schon bald als "traditionell" gelten, das Sanddünenpicknick der Ortsgruppen Nord-Ost-Stadt und St. Johannis/Thon.
Erst die Arbeit, dann das Vergnügen
Dieses Jahr hatten wir, Karin, Sigrid und Heinz, am 15. Mai wieder Wetterglück – es gab nur einen Minutenschauer, ansonsten war es angenehm warm und sonnig. Vor dem Picknick kommt aber die Arbeit. Wie immer galt es, möglichst viele junge Bäume auszureißen oder wenigstens abzuschneiden: Kiefern, Robinien, Pappeln, Birken, Vogelkirschen, Eichen. "Um Himmels willen!" mögen sich da manche Naturfreunde denken, welch ein Frevel! Ja, es geht anfangs schon ans Herz, Bäume auszureißen, wo wir sie doch sonst lieben und schützen, besonders in der Stadt! Aber wenn man weiß warum, geht es leichter: Auf dem Picknick-Foto kann man ahnen, wie die Bäume sich anschicken, die gesamte Fläche der Sanddüne zu besiedeln.
Abholzung zur Erhaltung wichtiger Lebensräume
Es ist genauso wie in vielen anderen Biotopen: Würde man den Platz der natürlichen Sukzession überlassen, wäre er bald zu Wald geworden, und ein weiterer wertvoller Trockenlebensraum für blauflügelige Ödlandschrecken, Silbergras, Ameisenlöwen, Sandlaufkäfer, Eidechsen und weitere Insekten wäre verloren. Auch andere Arten wie Vögel und Kleinsäuger wären indirekt betroffen. Weil aber der Mensch in ganz Bayern solche Lebensräume schon fast restlos ausgelöscht hat und auch heute nicht damit aufhört, muss man die letzten Reste sogar vor dem natürlichen Zuwachsen schützen.
Gute Verpflegung entschädigt für schweißtreibende Arbeit
Das hört sich einfach an, ist aber auf Dauer sehr anstrengend, schweißtreibend und macht hungrig und durstig. Zum Glück verstärkten uns später noch Irene und Marek und arbeiteten wie wild, so dass wir unser Tagesziel gerade noch schafften, bevor uns die Kraft ausging. Nun kam der gemütliche Teil mit Kaffee, Kuchen, Brezen, Käse, Wurst, Paprika, eigenen Äpfeln und weiteren leckeren Sachen. Das hob unsere Stimmung und sorgt dafür, dass uns im nächsten Frühjahr auch die Lust auf das nächste Sanddünenpicknick wieder packt.
Fleißige Helfer sollen belohnt werden
Wir würden dabei auch gerne mal jemanden von den anderen fleißigen Pflegern bewirten, die sich im Stillen, aber nicht spurlos, auch um die Sanddüne kümmern, vermutlich eine Ziegelsteiner Kindergruppe. Ihr seid beim Picknick willkommen, auch ohne vorher mitarbeiten zu müssen.
"Um Himmels willen, welch ein Frevel!"
Bildunterschrift: Nach getaner Arbeit entspannten sich die Teilnehmer bei einem gemütlichen Picknick.
Bildunterschrift: Die Sanddüne bietet Raum für allerlei Freizeitaktivitäten.
Heinz Schaarschmidt, Ortsgruppe Nord-Ost-Stadt