Wie weiter mit der Nordanbindung?
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Das Planfeststellungsverfahren für die Flughafen-Nordanbindung geht in sein
viertes Jahr – und kein Ende ist in Sicht. Schon zweimal musste die
Straßenbaubehörde die Pläne nachbessern. Nach wie vor sind die Auswirkungen des
Vorhabens auf das Grundwasser und auf die Vegetation nicht geklärt. In die
Prüfung der biologischen Summenwirkung sind nun 450 weitere Eingriffe in den
Reichswald einbezogen vielleicht gibt es nächstes Jahr einen dritten
Erörterungstermin.
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In dem Planfeststellungsverfahren geht es nur um die Frage, wie der Straßenbau
durchgeführt und durch landschaftspfl egerische Maßnahmen begleitet werden soll.
Untersagen kann die Bezirksregierung in Ansbach das Vorhaben nicht. Verhindern
kann den Eingriff in den Reichswald nur die Politik, und die hat mit dem von der
Stadt Nürnberg beschlossenen Moratorium erst angefangen, die Straße in Frage zu
stellen. Bürgerschaftliche Nachhilfe ist weiter dringend notwendig.
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Kampf gegen die Nordanbindung
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Das Bündnis "Nein" zur Flughafen-Nordanbindung – dem auch der Bund Naturschutz
angehört hat seit dem Herbst 2007 88 öffentliche Veranstaltungen
durchgeführt, darunter zuletzt die Ausstellung "Reichswald in Not" des bekannten
Fotografen Herbert Liedel in der Sebalduskirche. Im nächsten Frühjahr ist eine
Verkehrszählung geplant, die nachweisen soll, dass durch die geplante Straße
Ziegelstein nicht in dem Maße entlastet wird, wie dies zur Rechtfertigung des
Vorhabens behauptet wird.
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Am 21.03.2011 wurde der bayerische Forstminister Brunner, am 18.09.2011 der
Innenminister Herrmann mit dem Widerstand gegen die Nordanbindung und andere
Pläne und Projekte im Reichswald konfrontiert. Beide haben weitere Prüfung und
Dialog zugesagt. Man wird sehen, was die Politiker sagen, wenn nach vier Jahren
Prüfung der Pläne diese noch weiter ergänzt werden müssen, um eine
Baugenehmigung möglich zu machen.
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Am 30.09.2011 hat sich der bayrische Umweltminister Dr. Markus Söder für die
Nordanbindung ausgesprochen. Er bezog sich dabei auf zwei Gutachten des ihm
unterstellten Landesamtes für Umweltschutz. Diese sind allerdings, wie eine
Nachfrage ergeben hat, nur in Augsburg und nirgends sonst einzusehen (!). Auch
das bayrische Kabinett hat sich bei seiner Nürnberger Tagung am 04.10.2011 für
die Nordspange ausgesprochen. Die spannende Frage ist, wann die Bezirksregierung
in Ansbach den Planfeststellungsbescheid erlässt, der dann vom Bund Naturschutz
angefochten werden kann.
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Flughafenschneise zerstört wertvollen Lebensraum
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Die Rodung für die vom Flughafen gewünschten Anfl ugschneisen im Wald ist
inzwischen genehmigt. Das Verfahren stockte, nachdem der Bund Naturschutz im
Erörterungstermin am 30.03.2011 Mängel in der artenschutzrechtlichen Prüfung
gerügt hatte. Auch in diesem Verfahren musste der Flughafen als Antragsteller
seine Unterlagen nachbessern. So war dort beispielsweise das erst kürzlich
wieder aktuell nachgewiesene Vorkommen des Auerhahns im nördlichen Reichswald
nicht berücksichtigt.
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Ungeachtet dessen hat das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten dem
Flughafen am 10.10.2011 die begehrte Rodungserlaubnis antragsgemäß erteilt.
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Wald wichtiger als Straßen
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Pläne und Projekte mit einem Flächenanspruch von zwei Quadratkilometern werden
von staatlichen Behörden, von Kommunen und Unternehmen im Reichswald verfolgt.
Glücklicherweise steigt die Zahl der Bürger, die den Wald für wichtiger halten
als Straßen, Einkaufszentren oder LKW-Rastanlagen.
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Bildunterschrift: High Noon in Tennenlohe. Nordspangengegner und -befürworter
Auge in Auge (v.l.n.r.: Bayrischer Innenminister Joachim Hermann, FD Dr. Peter
Pröbstle vom WEZ Tennenlohe und Claus Bößenecker vom BN)
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Claus Bößenecker
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