Artikel im Mauersegler Nr. 2/2011 
  Interkulturelle Zusammenarbeit
 

Gläubige greifen zur Heugabel

Südstadtgemeinden arbeiten mit Moschee zusammen. Beim 2. Umweltaktionstag der Religionen wurde eine wertvolle Heidefläche bei Kornburg gepflegt.
Die Einbindung von Migranten soll einer der Schwerpunkte in der Nürnberger BN-Arbeit werden. Bereits zum zweiten Mal bot der BN daher einen gemeinsamen Aktionstag für Religionsgemeinschaften an. 2010 ging die Initiative von der großen Eyüp-Sultan-Moschee und von der benachbarten evangelischen St. Markus-Kirche in der Südstadt aus. Pfarrerin Silvia Wagner und Bildungsleiter Ümit Canli mobilisierten in bewährter Gemeinschaftsarbeit naturverbundene Gläubige.
Interkultureller Biotopeinsatz
War vor einem Jahr die Anzahl der Beteiligten noch überschaubar, so trafen sich heuer bereits ca. 50 Aktive, darunter Familien mit Kindern und zahlreiche Jugendliche. Auch die Christuskirche unter Pfarrer Peter Meyer beteiligte sich neu mit etlichen Helfern. So ist der Umweltaktionstag sicher mit weitem Abstand die größte rein ehrenamtliche Naturschutzaktion im BN.
Eine geschützte sandige Heidefläche bei Kornburg wurde am 24. September gemeinsam mit der Sense gemäht. Danach fassten die Aktiven das Schnittgut mit Rechen und Heugabeln zusammen. Mancher Helfer aus der Türkei und aus Siebenbürgen hatte hier offensichtlich bereits eine professionelle Technik, während Alteingesessene neue Erfahrungen sammelten. Bunte Heidenelken, Feuerfalter und Zauneidechsen dankten den Einsatz.
Gemeinsames Essen nach getaner Arbeit
Ein gemeinsames Grill-Picknick auf einer Nachbarfläche mit Bratwürsten und türkischen Spezialitäten sorgte für eine angenehme Atmosphäre der Begegnung. Im Kinderprogramm konnte der Nachwuchs bunte Sandbilder gestalten. Mit einem Fußball wurde die Heidefläche kurzerhand zum Bolzplatz umgewandelt. Für die Natur ist das Betreten kein Schaden, sollten doch die Sandbiotope eigentlich intensiv mit Weidetieren gepflegt werden. Vielleicht ergeben sich ja auch über diese Schiene Freiwillige, droht doch das Schäferhandwerk in Deutschland auszusterben.
Der Bund Naturschutz freut sich jedenfalls über die rege Beteiligung und kann sich hier den Aufbau einer größeren Gruppe vorstellen. So hat mittlerweile schon eine weitere Moschee aus der Südstadt Interesse an einer Gemeinschaftsaktion geäußert. Für 2012 sind also bereits die Weichen positiv gestellt.
Kontakt und Infos: Wolfgang Dötsch, Diplom Biologe
Tel. (0911) 45 76 06, w.doetsch(at)bund-naturschutz-nbg.de
Wolfgang Dötsch