Artikel im Mauersegler Nr. 2/2011 
  Biotope
 

Mit dem Birkenbesen durch die Nürnberger Heide

Biotoppflege und das Bewahren einer alten Kulturtechnik. Die Kindergruppe Marienbergforscher lernt auf diese Weise spielerisch das Besenbinden aus Naturmaterialien.
Kinder helfen aktiv bei der Erhaltung wichtiger Lebensräume
Wie kam es dazu? Die Mitglieder der Kindergruppe "Marienbergforscher" des JBN sind zwischen 6 und 10 Jahren und treffen sich einmal im Monat im Norden von Nürnberg im Volkspark Marienberg. Die 18 Kinder lieben Schmetterlinge und wollen sie schützen. Gemeinsam mit Gruppenleiterin Heide Werner fällten sie ein- bis zweijährige Birken, die sich auf einer Biotopfläche von ca. 3,6 Hektar im Marienbergpark ausgesamt haben. Ein Drittel dieser Fläche ist wertvoller Magerrasen mit seltenen Pflanzen wie dem Silbergras, dem Bergsandglöckchen, der Sandgrasnelke und Tieren wie dem Braunen Feuerfalter und dem sogar ausgestorben geglaubten Kurzschwänzigen Bläuling. Auch Knoblauchskröte und Zauneidechse fühlen sich dort wohl.
Hexenbesen selber machen
Bei dieser Biotoppflege wurden die Zweige von den Birken geschnitten und in einer gemeinsamen Aktion im Winter mit den Eltern aus verschiedenen Ländern nach einer alten fränkischen Art zu Besen gebunden. Die Werkstatt für Behinderte am Marienbergpark gab uns ein warmes Plätzchen für das Besenbinden. Einige Stämme, die nicht als Besenstiele Verwendung fanden, wurden für Lagerbauten der Kinder verwendet. Der Rest wurde im Wäldchen aufgeschichtet, um für Igel und Spitzmaus Unterschlupf zu bieten.
Bildunterschrift: Marienbergforscher: Vom Reisig bis zum Besenstiel: Das BN-Biotop im Marienbergpark ist eine wahre Materialfundgrube für die jugendlichen Besenbinder.
Heide Werner