Artikel im Mauersegler Nr. 2/2009 
  Editorial
 

Liebe Mitglieder, liebe Freunde der Natur,

wer als Natur- und Umweltschützer etwas bewegen will, muss sich politisch einmischen. Jetzt haben wir deutschlandweit wieder Gelegenheit dazu. Auf Wahlen allein dürfen wir jedoch nicht setzen. Wir müssen uns nach wie vor außerparlamentarisch engagieren. Unsere Kreisgruppe ist derzeit auf drei Ebenen engagiert.
Neue lokalpolitische Perspektiven eröffnet die Erweiterung der Straßenbaumgruppe unter Leitung von Mathias Schmidt, die sich jetzt dem Baumschutz in der Stadt insgesamt widmet. Ausgehend von der Diskussion um die Neugestaltung des Colleggartens wollen wir uns noch intensiver um die Erhaltung des wichtigsten Grüns in Nürnberg kümmern. Zunächst werden Grundlagen erarbeitet, Vorstellungen in Pläne gefasst und mit städtischen Dienststellen besprochen. OB Maly hat beim Colleggarten einen weiteren Baumgutachter genehmigt, und SÖR Förther unterstützt unsere Petition an den Landtag nach Ausdehnung des Areals in Richtung Pirckheimerstraße. Bitte helfen Sie mit, kommen Sie zu den Treffen und bringen Sie Ihre Gedanken ein!
Bundespolitisch haben wir die Chance, die Kernenergie endgültig abzuwählen. Erst 23 Jahre sind seit Tschernobyl vergangen. Die Halbwertszeit des Gedächtnisses ist eben kürzer als die Halbwertszeit von Cäsium. Wir haben allerlei Anti-Atom-Aktionen unterstützt. So haben wir mit der Bürgerinitiative aus Gorleben die Nürnberger für die Endlager-Problematik sensibilisiert, als behauptet wurde, der Nürnberger Burgsandstein sei dafür bestens geeignet. Wir waren bei der großen Demo in Berlin – Dank an die Begleiter! – und bei der kleineren vor dem CSU-Parteitag in der Nürnberger Messe. Immerhin hat die staatstragende Partei jetzt klar geäußert, dass sie kein AKW in Schwabach plant. Na denn, in München wäre es mir doch lieber...
Landespolitisch steht ein heißes Eisen an: das Rauchverbot. Unsre Kreisgruppe unterstützt das Volksbegehren der ÖDP für rauchfreie Gaststätten. Zwar mag man einwenden, dass dies kein klassisches Naturschutzthema sei, aber ist der Mobilfunk eines? Oder die Kernenergie? Der BN selber hat sich ja von einem traditionellen Naturschutzverband zu einem Natur- und Umweltverband gemausert. Oberste Priorität muss die Gesundheit des Menschen haben. Gerade solche Themen sind der Bevölkerung wichtig, siehe Gentechnik, Kernkraft, Mobilfunk, Biokost u. v. m.. Das Volksbegehren steht für überparteiliche Vernunft – wie ja auch wir. Schließlich unterstützen auch die Grünen, die SPD und die Linken das Volksbegehren. Auch manche CSUler sind einsichtig. Fragen Sie Ihre Kandidaten! Gehen Sie also ins Rathaus, wenn zur 2. Phase des Volksbegehrens aufgerufen wird, und gehen Sie zur Bundestagswahl! Wer nicht wählt, wählt die Anderen.
Günther Raß, 1. Vorsitzender