Das Tiefe Feld soll teilweise bebaut werden damit verschwindet der
letzte landschaftliche Freiraum in Nürnbergs Westen
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Wohnen im Verkehrschaos
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Von Südwesttangente und Rothenburger Straße donnert der
Verkehrslärm, immer wieder zieht ein Güterzug scheppernd vorbei. Das
Tiefe Feld bei Kleinreuth ist alles andere als eine Wohnidylle.
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1996 beurteilte die Stadt Nürnberg den Standort folgerichtig noch mit den
Schlagworten Lärm, Geringe Naherholungskapazität und Hoher Grad der Zerschneidung. Trotzdem soll im
nördlichen Teil des Tiefen Feldes nun ein Baugebiet für Wohnen und
Gewerbe entstehen. Die Erschließung soll dabei über das "bestehende,
stark belastete Verkehrsnetz" erfolgen (Flächennutzungsplan Nürnberg).
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"Kleines Knoblauchsland" im Westen
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Doch das Tiefe Feld hat gerade der Natur viel zu bieten. Als letzter
großer landwirtschaftlicher Freiraum in Nürnbergs Westen ist es
Heimat zahlreichen gefährdeten Tieren der Kulturlandschaft. Der ehemalige
Vogelwart der Stadt Nürnberg fand hier noch 13 Brutpaare vom Kiebitz, sechs
Rebhuhnpaare und drei Brutpaare der Schafstelze. Das Arten- und
Biotopschutzprogramm der Bayerischen Staatsregierung sieht deshalb im Tiefen
Feld einen "Bedeutsamen Lebensraum für Brutvögel". Auch Feldhasen kann
man in der Flur noch häufig entdecken. Eine Art kleines Knoblauchsland hat
sich so zwischen dem Gewerbeflächenwust des Nürnberger Westens
erhalten. Seit langem setzt sich daher der BN für den Erhalt des Tiefen
Feldes ein. Auch in seiner Stellungnahme zum Flächennutzungsplan hat der
Naturschutzverband die Zerstörung des Tiefen Felds vehement abgelehnt.
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Grünflächen Fehlanzeige
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Denn die Bebauung ist eindeutig ein Produkt der Not. Obwohl man sich kaum einen
unattraktiveren Standort für Wohnen vorstellen kann, bleiben der Stadt im
Westen kaum potenzielle Flächen. Auch der Weiterbau der U3 kann das
Baugebiet kaum aufwerten. Notwendig wären für ein Wohngebiet an dieser
Stelle vielmehr umfangreiche Grünflächen. Die Äcker, ein Paradies
für Kiebitz & Co, haben den Menschen dagegen keine Erholungsqualität
zu bieten. Gerade auf die Grünflächen wurde aber im aktuellen Entwurf
verzichtet. Diesen Grüngürtel im Süden der Bebauung sieht zwar
der Flächennutzungsplan vor, doch seine Realisierung scheint angesichts der
Bodenpreise und der leeren städtischen Kassen utopisch.
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Das Fazit des BN ist daher eindeutig:
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Wer den Menschen im Tiefen Feld ein lebenswertes Umfeld schaffen will, muss
umfangreiche Grünflächen vorsehen. Auch ein großspurig
angekündigter Architektenwettbewerb kann die Mängel nicht beheben. Bei
der jetzigen Bevölkerungsentwicklung ist die geplante Bebauung des Tiefen
Felds auch langfristig nicht zeitgemäß. Der Erhalt der Landwirtschaft
im Tiefen Feld ist dagegen ein nachhaltiges Modell, damit sich dort auch in
Zukunft Fuchs und Feldhase noch gute Nacht sagen können.
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Bildunterschrift: Weite Landschaft in Nürnbergs Westen das Tiefe
Feld Foto: Foto: W. Dötsch
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Wolfgang Dötsch (Diplom-Biologe, Geschäftsführer)
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