Artikel im Mauersegler Nr. 1/2009 
  "Rock im Park": Natur ohne Schutz
 

Am ersten Juniwochenende ist es wieder so weit: Das dreitägige Festival "Rock im Park" findet statt. Mit Sack und Pack werden die Grünflächen am ehemaligen Reichsparteitagsgelände von den Rockfans in Beschlag genommen. Die Rasenflächen zwischen Bahnhof Dutzendteich und Münchener Straße verwandeln sich in einen riesigen Campingplatz. Die erreichbaren Supermärkte werden leergekauft. Wenn man fast 140 Euro für die Eintrittskarte ausgibt, will man sich auch häuslich einrichten.
Soweit ist ja auch nichts einzuwenden. Doch was dann in diesen Tagen und Nächten abgelaufen ist, lässt sich erahnen, wenn das Festival zu Ende ist. Das Gelände gleicht dann einem riesigen Müllplatz. Wer das nicht gesehen hat, kann es sich nicht vorstellen. Einen kleinen Eindruck vermitteln die Fotos. Der Müll lässt sich in einer Woche beseitigen, doch die Natur und die Tierwelt sind dem Treiben schutzlos ausgeliefert. Die Problemzonen sind die vielen Weiher auf dem Gelände. Ufervegetationen und die Schilfbereiche werden an vielen Stellen niedergetrampelt. An den Teichrändern schwimmt der Unrat. Vogelnester werden zerstört. Betroffen sind vor allem die Teichrohrsänger, aber auch Teichhühner und Schwarzhalstaucher.
Jedes Jahr wird von den Veranstaltern versichert, die sensiblen Bereiche zu schützen. Doch das geschieht nur halbherzig durch Flatterbänder, die nach einer Stunde durchtrennt sind. Die Vertreter der Stadt müssten als Geländevermieter viel mehr Druck auf den Konzert-Veranstalter Argo ausüben, damit diese Missstände nicht mehr auftreten. Die sensiblen Uferbereiche, vor allem am Silbersee und Flachweiher, müssten durch eine feste Umzäunung gesichert und bewacht werden. Umweltreferent Peter Pluschke gab sich letztes Jahr noch machtlos: "Die Verträge wurden vor meiner Zeit gemacht". Heuer kann er sich beweisen.
Bildunterschrift: Viel Müll wird einfach in den Teichen entsorgt. Die Uferbereiche werden zu Kloaken.
Bildunterschrift: Endlich ist der Rummel vorbei, werden sich diese Kanadagänse an den Nummernweihern denken.
Bildunterschrift: Ein Bild der Verwüstung bietet sich nach dem Festival dem Spaziergänger auf dem Dutzendteichgelände.
Bildunterschrift: Für viele Besucher scheint hier die Gelegenheit zu sein, ihren Hausmüll schnell loszuwerden.
Text und Fotos: Günter Krompholz, BN-Ortsgruppe Zabo