Muddus Nationalpark
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Der Zug kam pünktlich um 18.30 Uhr an der Station an. Der reisende stieg
aus und kämpfte sich mit dem Rucksack gegen den Wind. Es waren 2° plus und
der Wind wehte mit Geschwindigkeiten zwischen 19 und 39 m/sek. Es waren 2 Tage
vor Weihnachten und ich wollte Weihnachten im Schnee und mit Nordlicht und
Kälte genießen. Denn ich war in Abisko, 300 km nördlich des
Polarkreises in Schwedisch-Lappland. Wir schrieben 2006.
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Im Mai war ich schon hier oben und da hatten wir +22°. Laut dem samischen
Kalender mit 8 Jahreszeiten müsste noch Schnee liegen. In den Früheren
Jahren lag noch Schnee und das Wasser aus dem Brunnen war noch mit Eisbatzen
versehen.
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Diese warme Zeit ging bis in den September hinein. Als ich im August wieder im
Muddus-Nationalpark war, wanderte ich das erstmal in kurzer Hose und T-Shirt
durch den Muddus, der unter Insidern den Ruf des Mückenparadieses
genießt. Aber es waren schlichtweg keine da. Sie brauchen zum
Schlüpfen feuchtes Wetter. aber bei +22° vertrockneten die Larven. Gut
für die Menschen , nicht gut für die Vögel. Der Klimawandel zeigt
sich in der Arktis am leichtesten, wenn man wie ich seit 20 Jahren da oben
Urlaub macht und die Augen offenhält und beobachtet. Z. B. sinkt der
Grundwasserspiegel, treten Wärme liebende Insekten öfter auf (Wespen
nördlich des Polarkreises, der Schnee im Frühjahr wird eher matschig,
behindertdie Rentierwanderung ins Kalbungsgebiet (brauchen länger, keine
Querungsmöglichkeiten über Flüsse oder Seen, zu dünnes Eis,
Strassen müssen als Ersatzwege herhalten usw.). Im November 2006 taute der
Schnee, der Boden blieb gefroren und der nächste Niederschlag kam als Regen
(im November) und gefror zu einer dicken Kruste über die Rentierflechte.
Auch Bartflechte, sonst im Winter Nahrung, war nicht fressbar.
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Die Samen mussten mit Pellets füttern. der Preis ging in die Höhe und
viele mussten Kredite aufnehmen oder Notschlachtungen vornehmen. Diese Zeit
brachte einen Schaden von insgesamt 87,5 Mio. Schwedischen Kronen (8,75 Mio.
Euro).
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Aber die Samen sind nicht als einzige betroffen. Alle Ureinwohner der Arktis
(ca. 600.000700 000 Menschen), darunter Inuit, Indianer, Alëuten,
sibirische Völker an der Eismeerküste, alle leiden unter dem
Klimawandel.
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Aber was bedeuten die Ureinwohner der Arktis und ihre Natur (Barentssee, Boreale
Wälder ,Eiswüsten und Moore) mit 150 Fischarten, rund 14 Mio.
Seevögeln, 55.000 Walen, 1,3 Mio. Robben und 2.000 Eisbären auf
Spitzbergen gegen vermutete Ölvorräte vom Shtokmanfeld (Nowaja Semla,
Karasee) in Höhe von 31 Mio. t Erdgaskondensat und mehr als 4 Trillionen
Kubikmeter Erdgas ist. Oder wenn Norwegen im Goliathfeld (35 km südlich des
"Schneewittchenprojekts ") rund 250 Mio. Barrel Erdöl = 40.000 Mio.
Liter fördern will, und es liegen noch mehr Bodenschätze unter dem Eis
der Arktischen Gewässer. Wir heizen es auf.
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Bildunterschrift: Eichhörnchen Rentier
Fotos: Dietmar Hasse
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Bildunterschrift: Sonnenuntergang
Foto: Dietmar Hasse
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Dietmar Hasse (Gesellschaft für bedrohte Völker e.V.)
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