Artikel im Mauersegler Nr. 1/2009 
  Frischer Wind im Marienbergpark
 

Ärmel hoch zum Jubiläum! Neuer Krötentümpel braucht noch dringend Spenden

In den 1980er Jahren hatte der BN die Idee, im großen Marienbergpark einen Teilbereich so richtig naturnah zu gestalten: speziell auf Tiere und Pflanzen abgestimmt, die im sandigen Knoblauchsland ums Überleben kämpfen, und als Naturerlebnis für die jungen (und älteren) Parkbesucher. 1989 standen die ersten Planungen auf dem Papier, 1991 wurde der Pachtvertrag mit der Stadt Nürnberg geschlossen und ging los!
Kurzer Rückblick: noch in der 1920er Jahren lag bei Ziegelstein die kleine Ortschaft Marienberg mit zahlreichen Fischteichen – gleichermaßen am Rande des Reichswaldes wie in der Flur des Knoblauchslandes. 1928 wurde stattdessen ein Flugplatz gebaut, der 1943 zerstört wurde. In den 1950er/1960er Jahren entstand der Park unter der Regie des Gartenbauamtes, nach englischem Vorbild, mit dem Weiher, schnellwüchsigen Bäumen und weiten Rasenflächen...  Auf dem sandigen ("Streusandbüchsen"-) Boden wuchs aber kein anständiges Grün, es magerte aus und mauserte sich mit schönen Silbergrasbeständen zum Sandmagerrasen, besonders auf der Teilfläche im Westen, die dann als Landschaftsbestandteil geschützt wurde. Derweilen verschwanden zahlreiche Teiche, Gräben und Überschwemmungssümpfe aus der Umgebung, Straßen und Verkehr nahmen zu, und Amphibien und andere Kleintiere kamen zunehmend in Bedrängnis (und auf die "Roten Listen"...).
Somit stand fest: Auf "unseren" fünf Hektar Pachtland heißt es Artenschutz für alle, die auf bzw. in sandigem Boden, ob trocken oder unter Wasser, wachsen, wurzeln, wühlen oder laufen! Der Biotopweiher mit seinem Umlaufgraben entstand als erstes und ist der zentrale Hingucker: die Pionierarten waren schon nach wenigen Jahren da, seltene Sandlauf- und Uferkäfer am "Strandbereich", Groß- und Kleinlibellen, und immerhin fünf (!) Amphibienarten (weit mehr als in den meisten Teichen in Nürnberg). Auf umliegenden Flächen wurden die Magerrasen fleißig gepflegt, gemäht, entbuscht und immer wieder teilweise abgeschoben, für die viele Arbeit gab es die Freude an zahlreichen Schmetterlingen und anspruchsvollen Heuschrecken – darunter auch die Ödlandschrecke, das Wappentier der "Sandachse".
Zahlreiche Aktionen wurden durchgeführt, beim Mähen, Säubern, Gehölzrückschnitt, Gewässereintiefen beteiligten sich – neben den BN-Aktiven – auch die benachbarte Adolf-Reichwein-Schule, der Landschaftspflegeverband, die BN-Jugendgruppe "Nature Rangers" mit Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und und und...
Trotzdem war die natürliche Sukzession immer wieder schneller: im Biotopweiher wachsen uns sie Jungbäume über den Kopf, der Graben verlandet zusehends, und auf seltener gemähten Wiesen sind die "jungen Wilden" (Pappeln & Co). aufgegangen.
Es ist also wieder Zeit energisch zuzupacken! Nötig sind jetzt wieder größere Eingriffe, zurück zu Pionierstadien, die nicht mehr per Hand ausgeführt werden können. Vor allem müsste der Teich "entlandet" und der Graben eingetieft werden, dazu braucht es Bagger. Zum Abschieben von nährstoffreichem Boden – zum Erweitern der Sandmagerflächen – ist ebenso Maschineneinsatz erforderlich wie zum Herausnehmen von zu dicht stehenden Gehölzen...
Spender und Schaufler gesucht!
Langer Rede kurzer Sinn: Mithilfe und finanzielle Beteiligung sind gefragt! Wunderbarer Weise lassen sich die eingesetzten "Eigenmittel" durch Zuschüsse von der Regierung von Mittelfranken kräftig aufstocken. Wir schätzen, dass eine Eigenbeteiligung in Höhe von etwa 50.000 Euro erforderlich sein wird, dass ansehnliche und längerfristig haltbare Ergebnisse herauskommen. Jede Spende zählt – und wird natürlich mit einer Spendenquittung honoriert – auch aktive Mithilfe ist erfreulich und wir legen eine Interessentenliste an...
Die Einsätze finden natürlich zu Jahreszeiten statt, an denen wir unseren "Zielgruppen" – Tieren und Pflanzen – nicht in die Quere kommen!
Wer mit etlichen Kröten zum Schutz von Knoblauchkröte & Co beitragen möchte, ist ebenfalls herzlich willkommen:
Bund Naturschutz Nürnberg
Spendenkonto Nr. 1 008 551
Sparkasse Nürnberg
BLZ 760 501 01
Stichwort: "Spende Knoblauchkröte"
Bildunterschrift: BN-Biotop für Naturforscher  Foto: Dr. G. Brunner
Bildunterschrift: Auffällig sind die Riesenkaulquappen der Knoblauchkröte  Foto: Dr. G. Brunner
Dr. Doris Heimbucher