Artikel im Mauersegler Nr. 1/2009 
  Besserer Schutz für Kornberge!
 

Der Bund Naturschutz fordert die Ausweisung des wertvollen Wendelsteiner Höhenzugs zum Naturschutzgebiet

Steile Felswände, tiefe Schluchten mit verschlungenen Wanderpfaden – mancher fühlt sich mitten in der Fränkischen Schweiz. Doch der Höhenzug der Kornberge zwischen Worzeldorf und Wendelstein ist eines der beliebtesten Wanderziele im Ballungsraum. Der Name hängt übrigens mit dem nahen Nürnberger Stadtteil Kornburg zusammen.
Vier markante Kuppen ragen aus dem Grün des Reichswaldes hervor – Worzeldorfer Berg, Glasersberg, Steinberg und Fischleinsberg. In der zerklüfteten Wildnis der alten Steinbrüche hat sich manches Naturjuwel gehalten, denn moderne Forstgeräte mit ihren massigen Reifen können in dem unwegsamen Gelände z. T. kaum arbeiten.
Eldorado für Käfer und Spechte
Mächtige alte Trauben-Eichen sind Heimat zahlloser seltener Käfer, Spechte und Fledermäuse. Fünf Käferarten der Roten Liste konnte Diplom-Biologe Dr. Jürgen Schmidl dort im Auftrag des BN finden. Die versteckten Tümpel bieten unzähligen Amphibien Heimat. Hier tummeln sich auch Eisvogel und Ringelnatter, während die Kreuzotter eher die sonnigen Waldränder schätzt.
Steinbruchbagger und Forstmaschinen bedrohen das Idyll
Leider ist der Schutz des neuen europäischen FFH-Gebiets (Flora-Fauna-Habitat) nur äußerst gering. Der 2008 erstellte Mangementplan bezieht sich nämlich ausschließlich auf die Gelbbauchunke und zwei winzige Stücke Buchenwald. Dies ist aus Sicht des BN zu wenig, um auf den ca. 140 Hektar Fläche z. B. den Begehrlichkeiten des Sandsteinabbaus etwas entgegenzusetzen.
Die Ortsgruppe Südost des Bundes Naturschutz hat daher unter Federführung von ihrem Sprecher Günther Ziehr einen Antrag zum Naturschutzgebiet vorbereitet. Dieser wurde nun vom BN-Landesverband bei der Regierung von Mittelfranken eingereicht.
Nun hoffen die BN-Akteure, dass bald eine detaillierte Schutzgebietsverordnung diese einzigartige Naturlandschaft bewahren hilft.
Bildunterschrift: Wildromantisches Wanderziel ist das Wernloch bei Wendelstein
Bildunterschrift: Der aktuelle Steinbruch ist die einzige Heimat der Gelbbauchunke im Nürnberger Stadtgebiet. BN-Mitglied Josef Büchl kümmert sich hier seit vielen Jahren um die letzten Laichtümpel.  Fotos: W. Dötsch
Wolfgang Dötsch (Diplom-Biologe, Geschäftsführer)