Der Bund Naturschutz lehnt den Weiterbau der Höfener Spange ab
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Die stadtnahe Nürnberger Landwirtschaft ist Garant für eine
bedarfsgerechte Versorgung der Bürger. Sie stellt mit kurzen Wegen zwischen
Verbrauchern und Erzeugern eine umweltfreundliche Wirtschaftsweise dar. Jetzt
soll wieder ein Stück dieser Lebensqualität dem Autowahn geopfert
werden. Das zweite Teilstück der Höfener Spange, für das gerade
ein Planfeststellungsverfahren durchgezogen wurde, soll die Südwesttangente
und den Frankenschnellweg direkt verbinden. Wegen der "Lagegunst sind die
Flächen für eine dauerhafte landwirtschaftliche Nutzung weniger
geeignet.", heißt es zynisch in der Planvorlage. So wird die letzte
Freifläche in Höfen zerschnitten und wertvoller Natur- und
Naherholungsraum geopfert, obwohl selbst die Planer zugeben, dass Höfen
"einen erkennbaren Grünflächenmangel" hat und "von allen Seiten
auch vom Gebiet der Stadt Fürth aus von Gewerbegebieten und hoch
belasteten Hauptverkehrsstraßen umgeben" ist.
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Kaum ein anderer Bereich des Nürnberger Stadtgebiets ist so verbaut wie der
Nürnberger Westen zwischen Fürther Stadtgrenze und Gartenstadt. Neben
dem Westpark sind praktisch keine größeren öffentlichen
Grünflächen für die Menschen vorhanden. Südwesttangente und
Rhein-Main-Donau-Kanal schneiden die Bürger von den Landschaftsräumen
im Westen ab. Gewerbeflächen und Kfz-Verkehr entwerten die Wohngebiete
zusätzlich.
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Straßenneubau unmittelbar benachbart zu bestehenden Wohngebieten ist in
diesem Bereich grundsätzlich abzulehnen.
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Der BN sieht die vorliegende Planung als Folgewirkung der von uns seit Jahren
kritisierten allgemeinen Bevorzugung des Individualverkehrs an, also einer
grundsätzlichen und extrem einseitig auf den Kfz-Verkehr ausgerichteten
Verkehrspolitik, die durch ständig verbesserten Ausbaugrad und ständig
steigenden Erschließungsgrad Ursache einer immer noch wachsenden
Verkehrsbelastung ist, welche wieder zu mehr Belastungen von Mensch und Natur
führt. Weitere Ausbauten und damit weitere "Verbesserungen" des
Verkehrsflusses lösen dieses grundsätzliche Problem aber nicht,
sondern verlagern es lediglich räumlich.
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Es kann zudem nicht hingenommen werden, dass Fürth ständig
Siedlungs- und Gewerbegebiete ausweitet, ohne sich ordentlich um die
Verkehrserschließung zu kümmern. Warum die Stadt Nürnberg hier
bereitwillig mitspielt und fünf Sechstel der Kosten übernehmen will,
bleibt rätselhaft. Der durch die neue Spange zusätzlich erzeugte
Verkehr wird Nürnberger Bürger belasten!
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Der Bund Naturschutz tritt für den massiven Ausbau des ÖPNV auch im
Nürnberger Westen ein und fordert eine Bündelung des Verkehrs auf der
bestehenden Achse Sigmundstraße, die notfalls erweitert werden muss.
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Wir stehen hier an der Seite des Vorstadtvereins Nürnberger Westen und der
örtlichen Landwirte.
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Bildunterschrift: Die Höfener Spange wird die letzten Freiflächen
direkt am historischen Ortskern durchschneiden
Foto: W. Dötsch
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Günther Raß (1. Vorsitzender der BN Kreisgruppe Nürnberg)
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