Artikel im Mauersegler Nr. 1/2009 
  Frankenschnellweg – Sinn oder Unsinn?
 

Der Frankenschnellweg ist ein Thema, an dem sich zurzeit die Geister scheiden. Die Autostraße verläuft direkt durch Nürnberg von der Autobahn A 73 zur Süd-Westtangente und zum Nürnberger Kreuz. – Diese soll jetzt ausgebaut werden. Aber weshalb?
In der Innenstadt hat der Frankenschnellweg mehrere ampelgesteuerte Kreuzungen, an denen es in Stoßzeiten zu Staus kommt. In diesen Zeiten steigt die ohnehin schon hohe Abgas- und Lärmbelastung. Hier stellt sich die Frage wie der Ausbau helfen soll.
Im Verkehrsausschuss wahren sich die Mehrheit von SPD und CSU einig, dass ein kreuzungsfreier, verlängerter Tunnelbau durch die Innenstadt die Lösung des Falls sei. Hierdurch sollen Problemen wie Staus, Luftverschmutzung und Lärm entgegengewirkt werden. Dank dem Beschluss vom 15.01.2009 im Verkehrsausschuss kann jetzt ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden.
Die Opposition, Umwelt- und Verkehrsverbände (BN), Grüne, ÖDP, Linke und Bürgervereine wollen Aufschub, da noch einige Fragen ungeklärt sind.
Der Ausbau des Frankenschnellwegs wird ca. 260 Mio. Euro kosten, ohne die Folgekosten wie die Beleuchtung der Tunneldecke, die Wartung etc. zu berücksichtigen. Vom Freistaat sollen 80 % der Kosten für den Ausbau gedeckt werden. Ob die Staatsregierung zahlt oder ob die Folgekosten gedeckt werden ist noch unklar. Kann man diese enormen Ausgaben im Angesicht der herrschenden Finanzkrise überhaupt verantworten?
Erschwerend kommt hinzu, dass Lärm und Abgase keinesfalls eingedämmt werden. Vielmehr kommt es zu einer verstärkten Belastung der BürgerInnen. Da die Autostrecke nach dem Ausbau fast einer Autobahn ähnelt bietet sie große Vorteile für Kraftfahrzeuge die dadurch eine schnellere, mautfreie Verbindung zwischen den Autobahnen erhalten. Auf dieser kreuzungsfreien und 14 km kürzeren Strecke rasen dann immer mehr LKWs durch die Stadt. Es entsteht eine höhere Abgas- und Lärmproduktion, die sich vor allem an den Enden des Tunnels ballt. Gerade die betroffenen Stadtteile sind jetzt schon stark belastet. Durch den Ausbau wäre eine generelle Überschreitung der zulässigen Feinstaubgrenze fast nicht mehr zu vermeiden. Des weitern folgt durch die Weichenlegung zum Bau einer Transitautobahn eine Verschärfung der Situation. Diese Autobahn wollen SPD und CSU jedoch vermeiden. Wenn erst einmal die Weichen gestellt sind, was durch den Ausbau des Frankenschnellwegs zwangsläufig geschieht, ist der Weg zur Transitautobahn nicht mehr weit. Es müssen nur ein paar Autofahrer kommen und klagen. Dies hat schon einmal funktioniert: bei der Rednitztalautobahn B2a neu. Das Urteil ergab hier, dass Straßen, die ähnlich einer Autobahn ausgebaut sind und deren Anfang und Ende an eine Autobahn enden zur Autobahn erklärt werden müssen. Die Umstände sind auch beim Frankenschnellweg dieselben. Eine Autobahn wird deswegen wohl über kurz oder lang entstehen.
Generell ungeklärt ist die Frage ob der Ausbau des Frankenschnellwegs in Zeiten des Klimawandels und der Finanzkrise überhaupt sinnvoll ist. Oder ist nicht vielmehr eine Investition in den Öffentlichen Personennahverkehr nachhaltig vernünftiger?
Fest steht nur, dass es zum jetzigen Zeitpunkt finanziell und auch klimarechtlich, nicht sinnvoll, gar verwerflich ist eine Autobahn zu bauen.
Gisela Adler (FÖJ)