|
Möbel-Höffner in Ronhof, bei Steinach oder auf der
Hardhöhe? Der Bund Naturschutz fordert Berücksichtigung aktueller
Entwicklungen bei den laufenden Planungen! Das Verfahren zur Aufstellung eines
Bebauungsplans für das Einzelhandelsgroßprojekt von
Möbel-Höffner bei Steinach im Knoblauchsland ist zwar kurz vor
Weihnachten in eine neue Runde gegangen. Der Bund Naturschutz (BN) warnt jedoch
davor, diese Planung jetzt auf der Grundlage veralteter Erkenntnisse
weiterzuführen.
|
|
|
Der BN lehnt die Ansiedlung des geplanten Einkaufszentrums aus Gründen
fehlenden Bedarfes, der Schädigung des innerstädtischen Handels und
damit der "Stadt der kurzen Wege", der mit dem zusätzlichen Kfz-Verkehr und
der Zerstörung fruchtbarer Böden verbundenen Klimaschädlichkeit
und der weiteren Zerstörung des Knoblauchslandes als "Garten der drei
Städte" weiterhin entschieden ab. Der dafür erforderliche
Bebauungsplan basiert auf der landesplanerischen Beurteilung der Regierung von
Mittelfranken vom 12.12.2003. Aufgrund der zwischenzeitlichen Änderung
fundamentaler Rahmenbedingungen sind dessen Ergebnisse nach Auffassung des
Bundes Naturschutz jedoch mittlerweile überholt und können nicht mehr
als Grundlage für die Weiterführung des laufenden
Bebauungsplan-Verfahrens dienen.
|
|
|
Im Einzelnen handelt es sich um folgende geänderte Rahmenbedingungen:
Städtebauliche Integration/ Nachweis fehlender Alternativstandorte
gemäß des bayerischen Landesentwicklungsprogramms (Ziel LEP
B II 1.2.1.2) soll die Ausweisung von
Einzelhandelsgroßprojekten in städtebaulich integrierter Lage
erfolgen. Dies bedeutet, dass ein solches Vorhaben nur in oder am Rand von
vorhandenen Stadtteilen liegen soll, die bereits einen bedeutenden "Versorgungs-
und Siedlungskern" im Ortsgefüge darstellen.
|
|
|
Demnach ist es ein wesentliches Kennzeichen der städtebaulichen Integration
eines Standortes, dass neben einer entsprechenden Anbindung an den
öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) hier auch ein bedeutender
Einzugsbereich besteht, aus dem das Einzelhandelszentrum zu Fuß erreicht
werden kann. Weiterhin heißt es im bayerischen Landesentwicklungsprogramm:
"Vom Erfordernis der städtebaulich integrierten Lage kann in
städtebaulichen Randlagen bei Einzelhandelsgroßprojekten, die nicht
dem Verkauf von Waren des kurzfristigen, täglichen Bedarfs dienen,
ausnahmsweise abgesehen werden, wenn die Gemeinde den Nachweis des Fehlens
geeigneter städtebaulich integrierter Standorte erbringt." Die Regierung
von Mittelfranken war in der landesplanerischen Beurteilung damals der
Auffassung der Stadt Fürth gefolgt. Demnach wäre auf ihrem Stadtgebiet
kein geeigneter städtebaulich integrierter Alternativstandort für das
Vorhaben der Krieger Grundstück GmbH in der beabsichtigten Art und
Größenordnung zur Verfügung gestanden. Diese Situation hat sich
jedoch mittlerweile grundlegend geändert!
|
|
|
Mit Datum vom 19.12.2008 haben die Fürther Nachrichten über den
Rückkauf einer ca. 15 Hektar großen gewerblichen Baufläche
unmittelbar westlich des Stadtteils Hardhöhe durch die Stadt Fürth
berichtet (siehe hierzu: Grundstückskauf: Fürth profitiert von der Krise).
Diese Fläche würde einen geeigneten Alternativstandort für das
Vorhaben der von Möbel-Höffner in der beabsichtigten Art und
Größenordnung darstellen. Der Standort ist auch für den
Straßenverkehr bereits gut erschlossen. Diese Fläche liegt nicht nur
im Einzugsbereich der U-Bahn-Haltestelle Hardhöhe, sondern könnte auch
aus großen Teilen des bevölkerungsreichen Stadtteils Hardhöhe zu
Fuß oder mit dem Fahrrad erreicht werden. Demgegenüber wäre das
Einzelhandelsgroßprojekt am Standort Steinach nur von den ca. 50
Einwohnern dieses Dorfs "fußläufig" erreichbar. Dadurch, dass diese
Fläche an der Hardhöhe nunmehr wieder der Stadt Fürth
gehört, ist von einer weitgehenden Verfügbarkeit des Areals für
ein derartiges Vorhaben auszugehen. Insofern muss nach Auffassung des Bundes
Naturschutz die nach dem Landesentwicklungsprogramm vorgeschriebene
Alternativenprüfung auf der Grundlage der aktuellen Situation neu
ausgearbeitet werden. Dabei muss auch das Verbleiben von Möbel-Höffner
an der Autobahnausfahrt Ronhof als eine mögliche Variante mit
berücksichtigt werden.
|
|
|
Schließlich ist die Verkaufsfläche dort bisher schon
größer als bei IKEA. Denn grundsätzlich ist der Bund Naturschutz
nach wie vor der Auffassung, dass der bestehende Standort von
Möbel-Höffner (nach der Übernahme von Franken-Wohnland) einen
flächenfressenden Neubau längst überflüssig gemacht hat.
|
|
|
Werner Wagner (Ortsgruppe Knoblauchsland)
|