Artikel im Mauersegler Nr. 1/2007 
  Streuobstwiesen
 

Fruchtige Kleinode in der Kulturlandschaft

Streuobstwiesen – ein Schwerpunkt der Nürnberger BN-Arbeit

Obstwiesen sind in Nürnberg rar gesät. Schade, denn als Lebensräume für Tiere und Pflanzen sind alte Streuobstwiesen wahre Zaubergärten. Baumhöhlen und Reisighaufen bieten Schutz und Deckung für Kleinsäuger und Vögel. Viele Wiesenblumen gedeihen im Umfeld der Bäume, denn schwere Maschinen sind hier kaum einsetzbar.
Seit über zwanzig Jahren bemüht sich der Nürnberger Bund Naturschutz, auch in der Stadt neue Obstwiesen anzulegen. Zehn Streuobstbestände mit vielen hundert Bäumen wurden in dieser Zeit gepflanzt, so z. B. im Knoblauchsland und in Weiherhaus. Manches dünne Bäumchen ist mittlerweile schon zu einem mächtigen Baum herangewachsen.
Zwei unserer Ortsgruppen haben im Herbst die Schaufeln geschwungen und neue Bäume gepflanzt.
Obstbäume für Fischbach
Baumpflanzung
Der erste Baum wird mit prominenter Unterstützung gepflanzt – v. r. Gerlinde Körber (CSU), Christine Grützner-Kanis (SPD), von der BN-Ortsgruppe Jürgen Uhl (Vordergrund), Dr. Ingo Klose und Heinz Huber (Hintergrund) und andere Aktive  Foto: W. Dötsch
Am Rande des Fischbachs wurde dem Bund Naturschutz 2004 von der Gabriel-von-Scheurl`schen Familienstiftung eine ca. 20.000 Quadratmeter große Wiese kostenlos überlassen. Hier findet sich noch eine bunte Blumenpracht aus Flockenblumen, Margeriten und den geschützten Heidenelken.
Die BN-Ortsgruppe Fischbach möchte das Biotop noch wertvoller gestalten und hat daher am 11. November 2006 eine große Streuobstwiese mit fast 20 Bäumen gepflanzt. Weitere Obstbäume wurden entlang des Weges Richtung Augraben gesetzt. Die Äpfel, Zwetschgen, Mirabellen und Kirschen sollen Fischbachs Wiesen etwas bunter machen und natürlich auch zahlreichen Tieren eine neue Heimat geben.
Großen Wert legte der Bund Naturschutz dabei auf die Pflanzung robuster und regionaler Sorten. So wird unter anderem die Fränkische Hauszwetschge für heimatliches Flair sorgen.
Möglich wurde die Naturschutzaktion dank zahlreicher großzügiger Spenden von Bürgern und dank eines Zuschusses von 500 Euro von der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Nürnberg. Das Kompostwerk Ott spendete zudem für die Pflanzung zwei Kubikmeter Gartenerde.
Finanzielle Unterstützung ist auch weiterhin dringend erwünscht, denn bereits nächstes Jahr sollen bei der Obstwiese auch Hecken gepflanzt werden.
Spendenkonto 1 008 551
BLZ 760 501 01
Sparkasse Nürnberg
Stichwort "Fischbach"
Wolfgang Dötsch (Diplom-Biologe)

Bäume suchen Paten

Interessierte können übrigens auch Patenschaften für Obstbäume übernehmen und diese im Herbst abernten. Denn Obstbäume brauchen auch etwas Pflege. Ohne dauerhafte Mahd und Rückschnitt würden diese wertvollen Lebensräume rasch verwildern und verschwinden. (Versand und nähere Informationen: Tel. (0911) 45 76 06, E-Mail: info@bund-naturschutz-nbg.de)
Wolfgang Dötsch (Diplom-Biologe)
Lesen Sie hierzu auch: Die Streuobstwiese wächst weiter