Artikel im Mauersegler Nr. 1/2003 
  Der Naturschutz-Tipp
 

Die Kornrade – vom Scheiterhaufen zur Blume des Jahres 2003

Die Kornrade (Agrostemma githago) gehört zu den Nelkengewächsen und stammt ursprünglich wohl aus Vorderasien und der östlichen Ägäis. Sie ist Teil der so genannten Ackerbegleitflora (wie Kornblume und Klatschmohn) und heute fast ausgestorben.
Früher war sie gerade im Wintergetreide sehr häufig, da sie als einjährige Pflanze noch im Herbst keimt und auch zur gleichen Zeit wie das Getreide zur Samenreife kommt. Als das Getreide noch nicht so gut gereinigt wurde, wurde sie jedes Jahr mit ausgesät. Allerdings enthielt sie Giftstoffe und im Mittelalter schrieb man ihr die zahlreichen Vergiftungen durch Brot zu, zu dem man das schlecht gereinigte Getreide verwendete. Heute nimmt man jedoch an, dass dafür wohl mehr das Mutterkorn, ein giftiger Pilz auf dem Getreide, verantwortlich war. Damals nannte man sie deshalb Höllenkorn. Durch die Reinigung des Getreides ist sie heute fast verschwunden.
Nun soll also das Verhältnis zwischen Mensch und Kornrade wieder verbessert werden. Ihre Chancen stehen nicht so schlecht: Sie ist mit zwei Zentimeter großen rosa Blütenblättern auf einem bis zu einen Meter hohen Stängel eine echte Schönheit, kulturverträglich – und man hat entdeckt, dass ihre Gesellschaft anderen Ackerpflanzen gut tut, denn sie überträgt keine Krankheiten, da sie mit anderen Nutzpflanzen nicht verwandt ist und wirkt mit ihrem Gift gegen Ackerschädlinge.
Kontakt: Tanja Meindl, Tel. (09122) 93 24 54
Kornrade
Die Kornrade (Foto: dpa)

Links zum Thema
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- BMU – Blume des Jahres 2003: Die Kornrade
- Das GIFTPFLANZEN.COMpendium – Die Kornrade
- Kornrade - Agrostemma githago -
- Mein digitales Foto-Tagebuch: Kornrade

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Blume des Jahres 2003 als WORD-Dokument (76 kB)
Natur des Jahres 2003 als PDF-Dokument (1,8 MB)
(mit freundlicher Genehmigung durch das Haus des Waldes, 15741 Gräbendorf)
Steckbrief zur Blume des Jahres 2003 als PDF-Dokument (22 kB)
(mit freundlicher Genehmigung durch das Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen – Untere Naturschutzbehörde, 86633 Neuburg)