Projektgruppe Straßenbäume
Nürnberg braucht mehr Straßenbäume !
Definition Straßenbäume: Straßenbäume sind Einzelbäume im öffentlichen Verkehrsraum (Straßen, Parkstreifen, Geh- und Radwege etc.). Sie werden von der Stadt Nürnberg gepflanzt und der Unterhalt der Bäume obliegt der Stadt.
Die Ausstattung der Stadt Nürnberg mit Straßenbäumen und die Pflege der Straßenbäume lassen sehr zu wünschen übrig. Die Projektgruppe Straßenbäume bittet Politik, Verwaltung und die Öffentlichkeit, sie bei der Verwirklichung ihrer wesentlichen Forderungen zu unterstützen:
   Artikel in der Abendzeitung vom 09.07.2007
1. Straßenbaumbestand
In Nürnberg gibt es rund 24.000 Straßenbäume. Dies sind viel zu wenig; viele Straßen in Nürnberg sind ohne Vorgärten, ohne jedes Grün und ohne Straßenbäume. In einem Vergleich (siehe Tabelle und Bildansichten) mit 10 deutschen Großstädten, den wir 2004 noch einmal aktualisiert haben, liegt Nürnberg an 10. Stelle!
Besonders prekär ist die Situation in der sogenannten Kernstadt (zwischen Altstadtring und mittlerem Ring). Dieses Gebiet ist sehr dicht bebaut; auf einer Fläche von rund 12 % der Gesamtfläche der Stadt leben über 40 % der Einwohner. Auch nach Meinung der Umweltverwaltung und der Politik bestehen in diesem Gebiet erhebliche Defizite an Straßenbäumen.
Leider gibt es keine Handlungsansätze. Gepflanzt werden Straßenbäume in der Kernstadt praktisch nur bei Straßenneubauten, Straßenumbauten und im Zusammenhang mit dem U-Bahnbau, aber nicht "nach Bedarf" in den Defizitgebieten.
Wir fordern seit langem eine systematische Bestandsaufnahme, eine Mehrjahresplanung und entsprechende Haushaltsansätze zur Behebung der Defizite in der Kernstadt.
2. Straßenbaumpflege
Die Mittel für den Baumunterhalt sind in den letzten Jahren immer wieder gekürzt worden. Heute stehen praktisch nur noch die Mittel für die Wahrung der Verkehrssicherungspflichten zur Verfügung, d. h. die Bäume werden nur noch darauf überprüft, ob von ihnen Gefahren für Menschen und Sachen ausgehen und die notwendigen Maßnahmen werden dann veranlaßt (nicht selten heißt das Baumfällung).
Eine Baumpflege und die Pflege der Baumscheiben findet praktisch nicht mehr statt. Diese Situation wurde mehrfach mündlich und schriftlich auch von offizieller Seite so dargestellt. Jüngstes Beispiel: in der extremen Hitzeperiode im Juli 2006 standen nur Mittel zur Verfügung um lediglich 1/3 der Bäume zu wässern, und dies auch nur für einen begrenzten Zeitraum.
Damit der Bestand nicht weiter gefährdet wird und die Baumscheiben nicht weiter verwahrlosen (mit sehr negativen Auswirkungen auf das jeweilige Wohnumfeld), halten wir eine deutliche Erhöhung der Haushaltsansätze für den Baumunterhalt für unumgänglich.
3. Verwaiste Baumstandorte
Jedes Jahr gehen in der Stadt mehr als 100 Straßenbäume durch Baumaßnahmen, Unfälle, Fällungen (s. o.) und natürlichen Abgang verloren. Es entstehen sogenannte verwaiste Standorte, wovon es im Stadtgebiet mittlerweile mehr als 800 ! gibt.
Verwaiste Standorte sind an sich sehr wertvolle Standorte, weil hier im Verkehrsraum mit vergleichsweise geringen Kosten (die erforderlichen und besonders kostenträchtigen Tiefbaumaßnahmen für die Baumscheiben wurden ja bereits früher durchgeführt) neue Straßenbäume gepflanzt werden können.
Verwaiste Standorte sollten deshalb so schnell wie möglich wieder bepflanzt werden, nicht zuletzt deshalb, weil diese Standorte über kurz oder lang von anderen Nutzern in Anspruch genommen werden (Kabel, Rohrleitungen, Schaltkästen, Parkplätze etc.).
Vom Stadtrat wurde auf unsere Initiative hin vor ca. 3 Jahren ein 100-Bäume-Programm (pro Jahr) zur Wiederbepflanzung verwaister Standorte in der Kernstadt beschlossen. Bei mehr als 100 "Abgängen" pro Jahr ist dieses Programm aber offensichtlich nicht geeignet, um die bereits jetzt vorhandene Zahl von mehr als 800 verwaisten Standorten wieder zu bepflanzen.
Zu fordern ist deshalb eine deutliche Erhöhung der jährlichen Wiederbepflanzungen und eine systematische Erfassung und planerische Sicherung der verwaisten Standorte. Konkret schlagen wir die Aufstockung des vorhandenen Programms auf ein 200-Bäume-Programm vor und die Finanzierung dieses Programms durch einen eigenen Haushaltsansatz.
Anmerkung im Juli 2007: Für das Haushaltsjahr 2007 hat der Nürnberger Stadtrat erstmals wieder zusätzliche Mittel für die Baumpflege und die Nachpflanzung von Bäumen auf verwaisten Standorten bereitgestellt. Wir setzen uns für weitere Erhöhungen für 2008 und die Folgejahre ein.
Nürnbergs Straßenbäume brauchen eine Lobby !
Die Projektgruppe Straßenbäume wurde 1992 vom Bund Naturschutz in Nürnberg gegründet. Seit 1998 arbeiten wir in der Agenda 21 mit. Als Lobbyisten für Straßenbäume führen wir öffentliche Aktionen durch, bemühen uns um Einflussnahme auf Politik und Verwaltung und werben bei Bürgern und Verbänden für unser Anliegen. Agenda 21 in Nürnberg
Infos und Kontakt:
Mathias Schmidt, E-Mail: MundMNuernberg@aol.com
BN-Geschäftsstelle, Tel. (0911) 45 76 06
 
Weitere Informationen
 
Projektdokumentation Straßenbäume
Baumsteckbriefe
Projektdokumentation Straßenbäume
(PDF-Dokument, 1,3 MB)
Statusbericht Straßenbäume
(PDF-Dokument, 122 kB)
Broschüre »Baumsteckbriefe«
(PDF-Dokument, 711 kB)
Faltblatt »Gute Straßen – schlechte Straßen«
(PDF-Dokument, 569 kB)
Städtevergleich Straßenbäume
Tabelle mit sieben großen deutschen Hauptstädten (PDF-Dokument, 23 kB)
BN an Stadtrat: Renovieren statt abholzen! – Rettet die Bäume am Aufseßplatz"
Pressemitteilung der BN-Kreisgruppe Nürnberg vom 28.06.2003  (PDF-Dokument, 36 kB)
Städtevergleich bescheinigt Nürnberg ein hohes Straßenbaum-Defizit
Pressemitteilung der BN-Kreisgruppe Nürnberg vom 16.04.2003  (PDF-Dokument, 42 kB)
Straßenbäume – Baumpatenschaften
Broschüre der Stadt Nürnberg (PDF-Dokument, 3,7 MB)
 
Links zum Thema
 
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Projektgruppe Straßenbäume
Seite der Agenda 21 in Nürnberg
Aufbäumen – Für Bäume in der Stadt
Stellungnahme vom BUND-Landesverband Nordrhein-Westfalen
Baumschutz – Schlechte Zeiten für Stadtbäume?
Stellungnahme vom BUND-Landesverband Nordrhein-Westfalen
GALK – Arbeitskreis Stadtbäume
Viele Informationen rund um das Thema Straßenbäume
Bald keine Bäume mehr an Deutschlands Straßen?
Stellungnahme des "Netzwerk Regenbogen"